01.03.2018 Erziehung ist (k)ein Kinderspiel

Aktionsstand zur Frühjahrssammlung

Zoff in der Familie? Ärger wegen schulischer Dinge? Liebeskummer oder Eltern, die sich trennen? Die Welt von Kindern und Jugendlichen ist leider nicht nur unbeschwert. Ein wichtiger Wegbegleiter für Familien ist die Erziehungsberatung der Diakonie. Am Freitag, 16. März, stellt sie bei einem Aktionsstand in der Hofer Innenstadt ihre Arbeit vor. Gleichzeitig läuft auch die Frühjahrssammlung der Diakonie an, bei der Spenden für diese wichtige Einrichtung gesammelt werden. Sie steht unter dem Motto „Erziehung ist (k)ein Kinderspiel“.

Die Erziehungsberatung gehört zur Psychologischen Beratungsstelle im Treffpunkt Familie. Sie bietet ein breites Spektrum an Unterstützung und Hilfen für Familien, Eltern, Kinder und Jugendliche. Erziehungsfragen, kindliche Entwicklungsprobleme, familiäre Konflikte oder Trennung und Scheidung sind nur einige der Themen.

„Familien können ganz unkompliziert zu uns kommen können. Die Beratung ist kostenfrei und die BeraterInnen haben Schweigepflicht“, sagt Andreas Buheitel, der Leiter der Erziehungsberatung. Als wichtige Ziele nennt er "das Selbstwertgefühl von Kindern und Jugendlichen zu stärken sowie Eltern in der Erziehung und im Familienleben zu unterstützen ". Das Geld aus der Sammlung soll für die Arbeit mit Kindern verwendet werden: Trennungs- und Scheidungskindergruppen, Stressbewältigungskurse oder auch Kunsttherapie (im Helmbrechtser Kreisel).

Zu den Leistungen gehören neben den Einzelgesprächen nämlich auch Gruppenarbeit sowie Vorträge und Präventionsangebote an Kindergärten und Schulen. Die gut ausgebildeten Beraterinnen und Berater aus den Fachrichtungen Psychologie oder Sozialpädagogik haben viel Erfahrung mit der Lebenswelt und den Konflikten von Kindern, Jugendlichen und Familien. 

 Um die Erziehungsberatung anbieten zu können, erwartet der Staat von den Trägern eine finanzielle Eigenbeteiligung. Diese finanziellen Lücken müssen die Diakonie und die Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Bayern auffangen. Hierfür dient die Sammlung von 16. bis 18. März. Weitere Informationen und persönliche Ansprechpartner gibt es bei dem Aktionsstand der Hofer Erziehungsberatung am 16. März von 11 bis 15 Uhr vor dem Kaufhof.

Hintergrundinfo:

Was will die Erziehungsberatung?
EB will Beziehungen in Familien aufbauen und verbessern, Familien in Krisenphasen begleiten, die Eltern dabei unterstützen, die Entwicklung ihres Kindes/ihrer Kinder positiv zu fördern und Eltern, Kindern und Jugendlichen helfen, Probleme zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu finden. Kurz: Sie will dabei helfen, Familien in Beziehungs- und Konfliktfähigkeit zu stärken und zum Handeln zu befähigen.

Wobei hilft die Erziehungsberatung?
Die Erziehungsberatung unterstützt Kinder und Jugendliche u. a. bei Konflikten innerhalb der Familie oder mit Gleichaltrigen, bei Problemen mit Schulleistungen, Lehrerinnen und Lehrern, Mitschülerinnen und Mitschülern oder der Motivation, dem Selbstwertgefühl, Ängsten oder bei Suchtgefährdung. Da viele Probleme jedoch mehrere Ursachen haben, stehen auch die Eltern und damit das ganze Familiensystem im Blickpunkt. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist deshalb auch die Beratung zu Trennung und Scheidung sowie die Beratung von hochkonflikthaften Paaren. 

Wer leistet Erziehungsberatung?
In der Erziehungsberatungsstelle arbeitet ein multidisziplinäres Team aus qualifizierten Fachkräften aus den Bereichen Psychologie und Sozialpädagogik, die zum Teil auch eine psychotherapeutische Ausbildung haben. 

Wie groß ist der Bedarf?
Der Bedarf bleibt konstant auf einem hohen Niveau mit leicht steigender Tendenz. So kam eine Untersuchung zum Thema „Seelische Gesundheit bei Kindern“ u. a. zu folgenden Ergebnissen: Bei jedem fünften Kind (20,2 %) zwischen 3 und 17 Jahren konnten Hinweise auf psychische Störungen festgestellt werden, ein Wert, der seit zehn Jahren unverändert geblieben ist. Jungen (23,4 %) sind dabei häufiger betroffen als Mädchen (16,9 %). 

Jungen sind zudem häufiger infolge emotionaler und verhaltensbedingter Probleme in ihrer Alltagsfunktionalität beeinträchtigt. Bei 12,4 % der Kinder und Jugendlichen mit psychischen Auffälligkeiten sind zusätzlich deutliche bzw. massive Beeinträchtigungen im sozialen und familiären Alltag zu verzeichnen. 

Kontakt:
Psychologische Beratungsstelle
Treffpunkt Familie
Schellenbergweg 20, Hof
Termine unter Tel. 09281 160710-200

Außensprechstunden in Münchberg, Naila, Rehau und Helmbrechts

Die Diakonie Hochfranken unterstützt im Rahmen der Erziehungsberatung Kinder, Jugendliche und Familien. Für dieses Angebot bittet sie demnächst um Spenden. Das Bild zeigt den Leiter der Erziehungsberatung, Andreas Buheitel.