14.03.2018 Von der Idee zur Institution

Ein Jahr Kulturloge

Virtuos und jazzig, poppig, rockig, nachdenklich – genauso vielseitig wie die Hofer Kulturwelt präsentierte sich das Bühnenprogramm zu ersten Geburtstagsfeier einer ganz besonderen Einrichtung. Die Kulturloge der Diakonie Hochfranken gibt es seit März 2017. Nun lud sie alle, die ihr verbunden sind oder das noch werden wollen, zu einem Nachmittag voller Kulturgenuss in die Kulturkantine des Hofer Theaters ein. 

Etwa 70 Gäste waren der Einladung gefolgt: Sie kamen von sozialen Einrichtungen, die ihre Klienten auf das Angebot der Kulturloge an kostenlosen Eintrittskarten aufmerksam machen, von Organisationen, die selbst Eintrittskarten zur Verfügung stellen und es waren zahlreiche angemeldete Kulturgäste da, die ein geringes Einkommen haben und dadurch ins Theater, zu Konzerten, ins Kino und zu Shows gelangen können.

Bei der Feier verschmolzen sie alle zu einem begeisterten Publikum.

Franziska Kaiser ist das Gesicht der Kulturloge. Von ihrem Büro in der Diakonie am Park, Sophienstraße, aus bringt sie die Karten an Mann, Frau, Kinder. Mit derzeit zwei Ehrenamtlichen schmeißt sie den Laden – was vor allem viele Telefonate bedeutet, denn die Kartenvermittlung und damit der Großteil der Organisation läuft telefonisch. So bleibt die Kulturloge mit den Menschen, für die sie sich einsetzt, immer im Gespräch.

Sie erlebt dabei „einen Hunger nach kultureller Teilhabe“, berichtet Franziska Kaiser bei der Feier in der Kulturkantine. Die Teilhabe am sozialen und am kulturellen Leben sei eigentlich ein Menschenrecht. Schon mehr als 300 Mal konnte sie mit der Kulturloge den Weg ebnen, dieses Recht auch wahrzunehmen. Franziska Kaiser berichtete von der ganzen Bandbreite an Veranstaltungen, zu denen sie den freien Eintritt ermöglichen konnten. Die Karten werden von den Veranstaltern oder von Privatpersonen gespendet; außerdem gibt es Geldspenden, von denen die Kulturloge Karten zukaufen kann, um sie den bei ihr registrierten Gästen kostenlos weiterzugeben.

Dabei arbeitet sie stets nach den Prinzipien „behutsam – würdevoll – nachhaltig“. Die bedürftigen Menschen müssen sich an der Kasse nicht als solche outen. Die Tickets werden auf ihren Namen hinterlegt. Auch bei der Geburtstagsfeier standen sie nicht auf dem Präsentierteller. Sie feierten einfach mit. Was ihnen durch die Kulturloge Gutes widerfährt, stand in persönlichen Zitaten als leuchtende Deko für jedermann sichtbar auf den Tischen. Eine dankbare Rückmeldung zum Beispiel lautete: „Ich finde das ganz super. Vor allem, dass man die Veranstaltung auswählen kann. Denn es hat ja nicht jeder die gleichen Interessen. Ich bin ganz begeistert von den Hofer Symphonikern! Vielen vielen Dank“.

Die Geschäftsführerin der Diakonie Hochfranken, Maria Mangei, erinnerte an die Gründungsphase der Kulturloge. „Beim Besuch der Bundesvorsitzenden Hilde Rektorschek in Hof, da sprang der Funke über“, so Mangei. Sie dankte den Haupt- und Ehrenamtlichen für ihren Einsatz und Eva Döhla für „den Mut und die Beharrlichkeit, diese Idee bei der Diakonie Wirklichkeit werden zu lassen“.

Diese stellte fest, dass die Kulturloge bei der Feier „erstmals richtig sichtbar und greifbar geworden ist“. Aus dem Konzept, das man 2016 in Hof präsentiert habe, sei nun eine feste Institution geworden, in der hunderte von Menschen durch Kultur und sozialen Einsatz miteinander verbunden sind, freute sich die Initiatorin Eva Döhla. 

Das schönste Geschenk machten die Musikerinnen und Musiker der Kulturloge an diesem Tag: Atemberaubende Stille und Konzentration herrschten beim Auftritt von Fabian Riemen alias „Jedermann“. Mitreißend kamen die vier von SOFA4 rüber: nämlich Hannah Erl, Stephan Erl, Christoph Grießhammer und Alexander Röhlig. Virtuos präsentierte das Saxophonensemble der Musikschule der Hofer Symphoniker unter Leitung von Slawek Dudar den „groove blues“ und der Pianist Wojciech Miazga vom Theater Hof sorgte für heiter-gelassenen Ausklang bei vielen Gesprächen, einem schönen Imbiss und neuen Kontakten.

Informationen zur Anmeldung bei der Kulturloge, über Spendenmöglichkeiten und Mithilfe gibt es bei Franziska Kaiser, Diakonie am Park, unter der Rufnummer 09281 540390-596.

SOFA4 auf der Bühne – einer der musikalischen Geburtstagsgrüße für die Kulturloge der Diakonie Hochfranken.