09.05.2019 Hof schaut über den Tellerrand

Kitchen on the run, der mobile Treffpunkt mit Küche

Mit einer Pressekonferenz im mobilen Küchencontainer hat das Team von „Kitchen on the run“ in Hof die Saison für Begegnungen und Kontakte über den Tellerrand hinaus eröffnet. Sechs Wochen lang wird dort nun gemeinsam gekocht, geredet und gegessen. Der Container bringt Menschen zusammen, und das direkt vor der Hofer Sophienschule. Nach Hof geholt haben das bundesweit begehrte Projekt die städtischen Integrationslotsinnen, die bei der Diakonie Hochfranken beschäftigt sind, gemeinsam mit der Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte der Stadt Hof.
Das vierköpfige Team stellte den Container als die mobile Version des Vereins „Über den Tellerrand e.V.“ vor, der sich den Auftrag gegeben hat, Räume zu schaffen, die Begegnung und Austausch auf Augenhöhe ermöglichen und Freundschaften zwischen Menschen mit und ohne Fluchterfahrung fördern.
„Der Küchencontainer ist mehr als ein Veranstaltungsort für einige Wochen. Es geht darum, nachhaltig Menschen zusammenzubringen, damit viel vom Projekt-Wissen vor Ort erhalten bleibt“, erklärt Marieke Schöning vom Team. Dass man sich an dem langen Esstisch vor dem Container sofort wohlfühlt und die einladende Atmosphäre positiv auf das Miteinander wirkt, wurde schon bei der gut besuchten Pressekonferenz deutlich. Gelbe und orange Blumen, duftender Tee und Kaffee, ein Hauch von Gewürzen aus der großen Regalwand im Hintergrund; zusammenrutschen und für jeden ist Platz. An diesem Tisch – in unserer Gesellschaft. Der Container versprüht mit seinem Team um die Wette Gemeinschaftssinn und Akzeptanz. Wer dort vorbeikommt, wird nicht lange zögern und sich für einen der Kochabende anmelden. Denn ganz unverbindlich ist das Programm nicht, das dort abläuft.
Philipp Paeslack stellt vor, wie es weitergeht: Dienstags bis donnerstags wird abends gekocht. Hierzu ist die Anmeldung als Gast oder Gastgeber nötig. Kosten entstehen keinem von beiden, da mit dem Team eingekauft und das Essen nicht in Rechnung gestellt wird. Spenden sind natürlich willkommen; sie dienen der Fortführung des entstandenen Miteinanders vor Ort, wenn der Container weiterzieht.
Freitags gibt es wechselndes Programm, an den Wochenenden Veranstaltungen von lokalen Initiativen. So ist der 16. Juni Tag der offenen Gesellschaft, was gefeiert wird, da es der Zielsetzung von Kitchen on the Run entspricht: für eine offene und vielfältige Gesellschaft einzutreten.
„Seit mehr als 30 Jahren arbeitet die Diakonie in Hof auf dem Feld der Integration. Daher freuen wir uns sehr, dass Kitchen on the Run nun unser Partner in Hof ist. Wir unterstützen das Vorhaben personell, ideell und auch finanziell“, erklärte Martin Abt, Geschäftsführer der Diakonie Hochfranken. Tatsächlich hatte sich Hof gegen 38 andere interessierte Städte behaupten müssen. Das Team hatte ich selbst vor Ort umgeschaut und befunden, dass der Standort und die Engagierten vor Ort  dem Container eine gute Heimat auf Zeit bieten würden.

Melden kann man sich bei Interesse direkt am Container oder bei Bärbel Uschold, Integrationslotsin, Telefon: 09281 54057032, Mail Baerbel.Uschold@diakonie-hochfranken.de.

Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem Aktions- und Initiativfonds für die Stadt Hof gefördert.
Die Stadt Hof und die Diakonie Hochfranken bringen ebenfalls Anteile in die Finanzierung ein.