08.05.2019 Überblick schaffen, leichter zurechtkommen

Finanzpflegedienst

Frau N.* legt eine grüne Mappe mit Kontoauszügen auf den Küchentisch. Diese Mappe ist genauso ordentlich geführt wie der Haushalt der älteren Dame aus Hof. Nur mit einem Unterschied: Den Haushalt schmeißt sie ganz alleine, für ihre Finanzen hat sie sich jetzt Hilfe geholt. Von einem Bekannten erfuhr sie vom „Diakonischen Finanzpflegedienst“. Er hilft Menschen dabei, ihre persönliche finanzielle Situation besser zu ordnen, mit dem Ziel, dass sie einige Euro mehr zur Verfügung und einige Sorgen weniger haben.
Auch für Frau N., die wie so viele in unserer Region wirklich keine hohe Rente bekommt, hat sich die Lage entspannt und verbessert. „Von selber wäre ich da nie drauf gekommen. Aber Herr Merkel hilft mir sehr, das ist optimal für Menschen, die etwas schwach mit dem Geld sind“, meint sie.
Harald Merkel und seine Kollegin Renate Kleinlein haben schon viele Menschen dabei unterstützt, ihre Angelegenheiten besser in den Griff zu bekommen. „Die meisten kommen im Prinzip zurecht, könnten aber eigentlich deutlich besser dastehen. Und das haben sie auch wirklich verdient“, sagt Harald Merkel. Er weiß, wie man sich einen Überblick über die eigene Ausgangslage verschafft, alle Einnahmen und Ausgaben bewertet und nach passenderen Lösungen für das persönliche Wirtschaften sucht. Mal haben Menschen Anspruch auf Grundsicherung ohne davon zu wissen. Mal können sie sich von der GEZ befreien lassen. Mal finden sich günstigere Telefonverträge.
„Die Beratung trägt immer Früchte“, sagt Harald Merkel. Meist laufe es auf zwei- oder dreistellige Beträge heraus, um die sich die Finanzlage monatlich verbessere. Er fängt mit den großen Posten an, prüft, welche gesetzlichen Ansprüche bestehen. Und er hört bei den kleinen Beträgen nicht auf: Frau N. kauft jetzt günstigere Batterien für ihr Hörgerät, die sie immerhin wöchentlich ersetzen muss. Sie legt eine kleine Blisterpackung auf den Tisch. „Und die billigeren halten genauso lange“, hat sie festgestellt. Nach einigen Wochen hatte sie das Geld für ein günstiges Paar Sommerschuhe eingespart. Jetzt freut sie sich, hoffentlich bald bei warmen Temperaturen in die neuen weißen Schuhe hineinzuschlüpfen.
Anfangs war der Finanzpflegedienst für Senioren gedacht, die nicht über alle Entwicklungen und Sparmöglichkeiten auf dem Laufenden sind und auch aus der Familie keinen Rat erhalten. „Doch dann haben wir festgestellt, dass sich hier schwer eine feste Altersgrenze ziehen lässt“, erklärt Harald Merkel. Daher stünde der Finanzpflegedienst jedem offen, der Orientierung sucht.

Das Angebot besteht aus zwei Teilen: Erste Anlaufstelle ist die Geldsprechstunde; eine kostenlose Erstberatung, in der Interessierte prüfen können, ob das Ganze ihnen etwas nützt. In dieser Geldsprechstunde kann bereits individuell auf die jeweilige Situation geschaut und der ein oder andere Tipp weitergegeben werden.
Wer auf längere Zeit regelmäßig Unterstützung möchte, erhält durch die Finanzpflege-Vereinbarung eine umfassende Begleitung. „Dabei wird festgelegt, wie viele gemeinsame Termine es gibt, ob gegebenenfalls Vollmachten benötigt werden und wie lange die Unterstützung dauern soll“, erklärt Harald Merkel. Es geht ums gute Haushalten, nicht um den Kampf gegen Schulden – dafür gibt es die Schuldnerberatung.

Die Diakonische Finanzpflege ist gemeinnützig; es besteht nicht die Absicht einer Gewinnerzielung. Wer die Finanzpflege über einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen will, zahlt dafür einen kleinen Beitrag. Dieser kann im Falle von Bedürftigkeit auch von anderen Stellen übernommen werden. Ermöglicht wurde das Angebot durch eine großzügige Anschub-Spende des Rotary Club Hof Bayern.
„Ohne einen Partner wie die Rotarier hätte die Diakonie das Angebot nicht zum Laufen gebracht, da es hierfür überhaupt keine Finanzierungsmöglichkeit außer Spenden gibt“, sagt Bereichsleiter Jürgen Schöberlein.
Darüber muss sich Frau N. keine Gedanken machen. Sie hat ein paar Sorgen los und sich schon von der Zuversicht des Diakonie-Mitarbeiters anstecken lassen: „Das mit dem Telefonvertrag kriegen wir auch noch hin!“.

Wer mehr über den Finanzpflegedienst erfahren möchte, kann sich hier an die Berater wenden:
Telefon: 09281-837-523
finanzpflegedienst@diakonie-hochfranken.de
Büro: Luitpoldstraße 18, Hof

mmer wieder zeigt sich, dass Menschen mit geringem Einkommen oder Rente besser dastünden, wenn sie über neue Entwicklungen, Sparmöglichkeiten oder Sozialleistungen informiert wären. Harald Merkel (links) unterstützt mit dem Finanzpflegedienst Menschen, die einen besseren Überblick über ihre Einnahmen und Ausgaben wollen, um etwas finanziellen Spielraum zu gewinnen.