23.10.2019 Wenn die Familie zwei Hände mehr braucht

Offene Hilfen bieten Entlastung nach Bedarf - neues Angebot und langjährige Begleitung einer Familie

Wie könnte man den Alltag etwas einfacher machen? Welche Ansprüche auf Entlastung haben die Angehörigen? Um diese Themen geht es in einem neuen Angebot der Offenen Hilfen der Diakonie Hochfranken. Es richtet sich speziell an Angehörige und Familien von Menschen mit Behinderungen. Diese Familien haben meist deutlich andere Lebenssituationen als beispielsweise pflegende Angehörige von Senioren. Daher können die Offenen Hilfen ganz gezielt auf deren Bedürfnisse eingehen. Mit dieser Beratung nach § 37 SGB XI schließen die Offenen Hilfen der Diakonie nun eine Lücke im Angebot.
Hans-Christian Schönweiß und zwei weitere Fachkräfte vom Familienentlastenden Dienst kommen zur Beratung ins Haus. Wer daheim pflegt, und Pflegegeld erhält, ist sogar seitens der Kasse verpflichtet, eine solche Beratung in Anspruch zu nehmen. „Damit wird die regelmäßige Hilfestellung und praktische pflegefachliche Unterstützung sichergestellt“, erklärt Marianne Krüger, die Leiterin der Offenen Hilfen. Sie freut sich, dass der Dienst die Genehmigung für diese wichtige gesetzliche Leistung erhalten hat und sie mit seiner Kompetenz in Eigenregie durchführen darf. Denn die Offenen Hilfen der Diakonie decken seit Jahrzehnten ein sehr breites Feld ab rund um die Unterstützung von Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen: Es reicht von stundenweise Betreuung und pflegerische Hilfen für behinderte und chronisch kranke Menschen zu jeder Tageszeit, Kurzzeitpflege, Schulassistenz, Begleitdiensten und Hauswirtschaftlichen Hilfen über Freizeitgestaltung und Gruppenangebote bis hin zu Integrationshilfen für das Vereinsleben und Ambulant betreutem Wohnen.
Patricia, das 17-jährige Mädchen auf dem Foto zum Beispiel, wurde vor kurzem operiert. Das Mädchen mit dem fröhlichen Lachen wurde als Frühchen geboren und hat eine schwerste Mehrfachbehinderung. Die Offenen Hilfen der Diakonie versorgen und unterstützen sie und die Eltern schon seit 17 Jahren. Zur Zeit kann Patricia das TPZ nur halbe Tage besuchen. Ihre Mutter braucht am Nachmittag Hilfe. Sie bekommt ihre Tochter nicht alleine aus dem Rollstuhl heraus. Im Familienkalender sieht jede Woche anders aus, welcher Pflegedienst mit seinen festen Touren kann sich darauf einstellen? Die Offenen Hilfen erhalten von Martina Merz für jede Woche eine genaue Anforderung. „Wir können recht kurzfristig planen und stellen uns auf den jeweiligen Bedarf ein“, die Pflegefachkraft des Familienentlastenden Dienstes, Hans-Christian Schönweiß. Auch für Kriseninterventionen ist er der richtige Ansprechpartner. „Wenn etwa Angehörige kurzfristig wegen eines Unfalls, einem Klinikaufenthalt oder anderer Ereignisse ausfallen, können wir die Betreuung für Kinder oder gehandicapte Menschen rasch überbrücken“, erklärt er. Dass ein Fahrdienst gleich dazugehört bei den Offenen Hilfen, macht es für alle Beteiligten einfacher. Auch ein Zuhause auf Zeit, im Grünen, barrierefrei und mit Terrasse zum Garten, können die Offenen Hilfen bieten – es ist das Haus Hubertine in Krötenbruck, ein ruhiges Einfamilienhaus. „Wir haben dort die Möglichkeit der stunden- oder tageweise Betreuung im Rahmen der Urlaubs- und Verhinderungspflege von Menschen mit Behinderung. Es eignet sich gut für Krisensituationen, aber auch für geplante Auszeiten. Denn pflegende Angehörige dürfen auch mal Urlaub machen oder ein paar Tage wegfahren“, erklärt Marianne Krüger. Mit ihrem Team ist sie für alle da, „die bei Versorgung, Pflege und häuslichem Alltag einfach zwei Hände mehr brauchen“.

Kontakt
Offene Hilfen
Am Lindenbühl 10    
95032 Hof
Tel: 09281 7552-15    
Mail: marianne.kruegerdiakonie-hochfranken.LÖSCHEN.de

Patricia und ihre Mama Martina Merz (2. von rechts) bekommen Unterstützung von den Offenen Hilfen der Diakonie Hochfranken. Hans-Christian Schönweiß und Marianne Krüger (von links) haben viel Erfahrung darin, schnell und unkompliziert für die passende Hilfe zu sorgen.